Heute ist was los im Wald - die Kobolde nämlich! Unser Eichhörnchen merkt das sehr bald zu seinem Leidwesen: während es eifrig Walnüsse für den Winter sammelt, schleicht sich so ein Lümmel an und bewirft es mit Zweigen und Nüssen - aber nicht mit guten Nüssen, sondern mit wurmigen! Und da bewahrheitet sich der Spruch: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Denn auf einem Baumast sitzt eine Elster und lacht sich scheckig im wahrsten Sinn des Wortes.
Das Eichhörnchen läßt sich aber nicht beirren - es sammelt weiter und tut so, als hätte es nichts bemerkt. Nach einiger Zeit wird es dem Kobold langweilig und er trollt sich. Auch die Elster verliert die Freude an der Schadenfreude und fliegt weg. Das Eichhörnchen aber ist weiterhin fleißig, bis es eine Menge Nüsse vergraben hat, dann vergönnt es sich ein bißchen Ruhe. Es spannt seine Hängematte zwischen zwei Bäumen aus und legt sich hinein und ist nach kurzer Zeit eingeschlafen.
Nun werden die Koboldkinder aktiv, sie mögen das Eichhörnchen sehr gern und es tut ihnen leid, was der alte Kobold mit ihm getrieben hat. Also fangen sie an, Nüsse zu sammeln und stecken sie in einen Sack, um sie dem Schläfer später zu überreichen. Das macht ihnen Spaß und es gefällt auch den Vögeln, die über ihnen in den Bäumen sitzen und für sie die schönsten Lieder trällern. Ein Hase sitzt dabei und sieht ihnen wohlgefällig zu.
All das verschläft unser Eichhörnchen! Es wird erst wach, als schwere Schritte sich nähern. Schnell springt es aus der Hängematte, läßt sie flink verschwinden und setzt sich mit unschuldigem Blick auf einen Baumstumpf neben dem Weg. Es hat nämlich den Schritt erkannt: das ist der Förster, der seinen abendlichen Rundgang durch den Wald macht.
Der Hase räumt den Weg, er wird erst hinter dem Förster wieder sichtbar, und die beiden Koboldkinder und ihre Freunde verstecken sich hinter einem Baum, von wo aus sie kichernd dem Förster nachsehen.
Dieser geht ruhig seinen Weg, sein Wald ist ganz in Ordnung und so kann er sich vergnügt und beruhigt auf den Heimweg machen.
Nun wird es wirklich Abend und die Vögel im Baum stecken ihre Köpfchen unter die Flügel und schlafen ein. Auch das Eichhörnchen schlüpft in sein Baumnest und die Koboldkinder werden von ihrer Mutter zum Abendessen gerufen.
Und so wird es ganz ruhig im Wald - und wer jetzt hineinginge, hätte keine Ahnung, was sich da alles tun kann!