Lange, lange Zeit vor unserer Zeit leben auf unserer Erde Saurier, wie halt Tiere leben. In der Zeit, die man bei uns Kreidezeit nennt, geschah etwas, das ich euch heute erzählen will.
Ein junger Velociraptor namens Veli ging auf Entdeckungsreisen, wie das halt junge Wesen tun. Er wanderte durch die rote Sanddünen- und Sandsteinlandschaft und hielt Ausschau nach irgendetwas, das er vernaschen konnte. Er war noch nicht sehr erfahren, aber für kleine Echsen und anderes Kleingetier reichte es schon, sodaß er nicht hungern mußte. Er schaute links und rechts - undplötzlich stoppte er:
Da lag unter einem Strauch ein Saurierbaby, total erschöpft und offenbar halb verdurstet. Es war von anderer Art als Veli - ein Protoceratops, also ein Beutetier von Velis Art. Es lag da, so jämmerlich und fiepte ganz leise, da konnte Veli nicht anders: er lief zurück, nahm Wasser in sein Maul und tropfte es vor die Nase des Babies. Das wiederholte er zweimal, da begriff das Kleine und streckte seine Zunge aus, um das Wasser aufzulecken.
Juhu, gelungen!
Das Baby erholte sich zusehends und schaute Veli neugierig an. Es war noch viel zu jung, um sich zu fürchten, aber es hatte Hunger. Und so rappelte es sich auf
und versuchte einen Zweig von seinem Schutzstrauch abzubeißen. Nach einiger Zeit gelang es ihm und es kaute hingebungsvoll darauf herum. Veli aber schlendete weiter, er war ja auf Futtersuche, bis er bemerkte, daß da etwas hinter ihm herstoppelte. He - das war ja das Proto-Baby!
Veli wußte nicht, was er tun sollte und blieb stehen. Das Kleine holte auf und guckte ihn vertrauensvoll an. Da verstand Veli: es hatte keine Mutter mehr und er hatte ihm geholfen - also echt, als Mama wollte er nicht betrachtet werden! Aber los wurde er das Kleine offenbar auch nicht mehr. Also - na gut, dann kriegte es eben einen Namen: Pummel und er akzeptierte Pummel als seine Begleitung.
Bald entdeckte er eine kleine Echse und schnapp, hatte er sie gefangen und erlegt. Pummel sah ihm etwas verständnislos zu: das kann man essen? Aber Veli legte ihm ein kleines Stück vor die Füße und sah ihn auffordernd an. Pummel schnupperte daran und ein Schauder überlief ihn. Nein, das war nichts für ihn! Er zog sich ein Stück zurück und kaute weiter auf seinem Zweig.
Aha, also das paßte nicht, Veli futterte das Stückchen selbst. Umso besser. Er mußte nur für sich selbst jagen. Aber eines war klar: er mußte in der Nähe von Sträuchern bleiben, damit auch das Kleine auf seine Rechnung kam.
Nun, das war das geringste Problem. Sträucher gab es mehr als Beute. Der mußte man nachlaufen, den Pflanzen nicht. Und so wanderten sie gemütlich miteinander, die zwei ungleichen Kameraden.
Der Tag war sehr heiß und die Luft trocken. Sie hatten die Wasserstelle längst verlassen und wurden beide ziemlich durstig. Zurück? Hm. Also weiter, vielleicht gibt es ja Wasser hinter der nächsten Düne.
Pummel wurde immer langsamer, das freute Veli nicht. Aber er verlangsamte sein Tempo ebenfalls und bog ab in Richtung Hügel, dort mochte es schattiger sein und vielleicht ....
Ja, ein winzig kleiner Tümpel im Schatten einer rauhen Sandsteinwand löschte ihren Durst. Und irgendetwas platschte da drin herum - was war das bloß?
"Qurrrrraaaaaaaaaaaak!" schallte es ihnen da entgegen, und eine kleine Nase tauchte aus dem Wasser auf. Aber sie tauchte sofort wieder ab - Hilfe, Fresser!
Pummel schaute total überrascht und neugierig und senkte seinen Schnabel in das Wasser, aber er sah nur sein eigenes Spiegelbild. Veli aber wirkte erfreut - das hörte sich ganz nach Futter an! Und so hockte er sich vor den Tümpel und wartete. Wenn nur Pummel sich zurückziehen wollte! - Ja, endlich legte er sich hin.
Veli wartete. Der Frosch steckte erneut kurz seine Nase aus dem Wasser - und weg war er wieder! Veli war enttäuscht. Aber er faßte sich in Geduld. Er wartete und die Zeit dehnte sich. Ach herrje, jetzt war er doch tatsächlich eingedöst! - Nein, das durfte nicht sein! Er setzte sich ein bißchen aufrechter.
Der Frosch steckte wieder seine Nase aus dem Wasser - noch immer diese Fresser! Oh weh, er mußte sich wirklich etwas einfallen lassen! Beim nächsten Auftauchen studierte er kurz die Umgebung des Tümpels - ja, das sah gar nicht so schlecht aus! Da stand ein Baum ganz in der Nähe ... gut. Sehr gut. Groß und hoch genug.
Der Frosch prüfte die Lage. Veli saß da, sank immer mehr zusammen, Pummel war eingeschlafen. Veli fielen die Augen zu - das war der Moment!
Der Frosch, wir wollen ihn Gobs nennen, kroch vorsichtig aus dem Wasser. Als er festen Boden unter seinen Füßen hatte sprang er - hoch und weit, wie nur ein Frosch oder eine Heuschrecke springen kann, und landete auf dem untersten Ast des Baumes. Flink begann er hochzukriechen, immer weiter - so schnell er konnte.
Veli schrak hoch - wo war der Frosch? Immer noch im Wasser? Er war doch schon wieder eingedöst - und Pummel schlief den Schlaf des Gerechten. Veli tauchte einen Vorderfuß ins Wasser und rührte ein bißchen um - hm, da bewegte sich nichts. Komisch.
Der Frosch aber hatte jetzt eine Höhe erreicht, die ihn außer Reichweite des Sauriers brachte. Da saß er nun, im Schatten der Zweige und Nadeln, in Sicherheit. Jetzt mußte er nur abwarten, bis sich die zwei Fresser verabschiedeten.
Veli war ratlos. Wo war der Frosch nun? Da hörte er ein triumphierendes "Qurrrrrrraaaaaaaaaaaaaaaaak!" aus einer ganz anderen Richtung und fuhr herum. Sein Blick fiel auf den Baum. Aber er konnte nichts sehen, was nicht zu einem Baum gehört.
Pummel war inzwischen erwacht, das Triumphgequake hatte ihn aufgeweckt. Er setzte sich auf und sah Velis ratloses Gesicht. Veli setzte sich in Bewegung und suchte die Umgebung des Tümpels ab. Der Quak mußte doch irgendwo sein!
Nichts.
Gobs hütete sich, noch einmal zu quaken. Schön stillhalten, bis die zwei Fresser weg sind, das war die Devise.
Pummel suchte sich einen Strauch mit essbaren Blättern, ziemlich hart, da mußte man ordentlich kauen. Veli suchte und suchte, aber irgendwann mußte er aufgeben. Unsere zwei Freunde tranken noch einmal, dann machten sie sich wieder auf den Weg, Veli ziemlich enttäuscht.
Gobs sah ihnen fröhlich nach, sein Herzklopfen ließ nach und er entspannte sich - aber nicht zu sehr, damit er nicht vom Ast fiel. Komisch, der pummelige Fresser hatte sich gar nicht für ihn interessiert, aber der schlanke mit dem starken Schnabel ... der schon! Solchen mußte er aus dem Weg gehen!
Veli und Pummel aber setzten ihren Weg fort - hin und wieder fing Veli ein kleines Krabbeltier und Pummel zupfte etwas von fast allen Sträuchern auf ihrem Weg, nur eine Sorte ließ er aus. Die Sonne hatte schon fast ihren ganzen Weg hinter sich, als Veli anfing, einen Unterschlupf zu suchen. Er steuerte wieder auf die Sandsteinfelsen zu und bald hatte er einen guten Überhang ausfindig gemacht, unter dem er sich zusammenkauerte. Pummel folgte eilig und rollte sich an Velis Seite zusammen.
So endete für die Zwei ein spannender Tag und ihr erster gemeinsamer!

Nach einer Nacht voller Geräusche, aber ungestört, machten sie sich in der Morgendämmerung auf den Weg - hungrig und durstig. Pummel hielt Ausschau nach einem Zweig mit saftigen Blättern und Veli erkundete alle möglichen Unterschlupfe, ob sich etwas zu kauen fand. Hin und wieder wurde er fündig, weil eine kleine Echse nicht schnell genug verschwinden konnte, und so war es ein zufriedenstellender Morgen. Pummel mümmelte zufrieden vor sich hin und beide hofften, bald eine Wasserstelle zu finden. So folgten sie einem abfallenden Gelände, und tatsächlich: vor ihnen glänzte, wohlverborgen hinter Dorngestrüpp, ein kleiner, flacher Tümpel. Veli sah sehr enttäuscht drein: wie sollte er wohl unbeschadet durch das Dornengeheck kommen? Pummel aber wußte Rat: er nahm sich die nächsten Sträucher vor und biß und riß eine Lücke in sie.
Freudig sauste Veli los, Pummel konnte kaum hinterherkommen, und beide stürzten sich auf das Wasser. Sie füllten ihre Mägen, so gut sie konnten, dann erst sahen sie hoch. Und da sahen sie es: auf einer Anhöhe tauchte ein riesiger Schatten gegen die aufgehende Sonne auf und er kam immer näher. Jetzt hatten sie es eilig, einen guten Abstand zu diesem großen Kerl einzulegen und die nächste Deckung aufzusuchen - etliche Sträucher hinter einigen Felsen, unter denen sie sich verkrochen. Von dort aus beobachteten sie, was sich weiterhin am Tümpel tat.
Der Riese wummerte mit seinen stämmigen Beinen zum Tümpfel, trank erst einmal und dann entschied er, daß ein Morgenbad eine gute Idee sein könnte. Also stampfte er ins Wasser - und stellte fest, daß die Badewanne viel zu klein für ihn war. Naja, dann halt nur trinken und seinen Kopf baden. Er war sehr mit sich selbst beschäftigt, aber trotzdem bemerkte er eine Bewegung etwas weiter weg.
Auch Veli und Pummel hatten etwas bemerkt und warteten ziemlich ängstlich auf das Auftauchen der neuen Akteure. Ja, es waren vier Velociraptore, die einzeln aus der Ferne auftauchten und auf das Wasser zusteuerten. Als sie den Großen erblickten, blieb ein Raptor nach dem anderen erst mal stehen, um die Lage einzuschätzen.
Der große Saurier hob den Kopf und schaute die Neuankömmlinge wassertriefend an. Dann sah er hinab in den Tümpel - nein, das war SEIN Wasser! Hapli, so wollen wir ihn nennen, richtete sich zu seiner vollen Größe auf und stampfte ein paar Schritte auf die Raptore zu. Er öffnete sein Riesenmaul und stieß ein gewaltiges Brüllen aus.
Die Raptore wichen ein paar Schritte zurück und zögerten. Veli und Pummel zuckten zusammen, aber sie sahen weiter gespannt zu.
Hapli war mit der Reaktion der Raptore zufrieden und senkte den Kopf, um ein paar Zweige eines Strauches abzureißen und darauf herumzukauen. Mit einem Fuß im Tümpel, dem anderen auf dem Boden, stand er da und beäugte die Raptore.
Die standen immer noch etwas entfernt, aber einer verlor die Geduld. Er rannte in bewährter Art eines schnellen Beutegreifers los und das ließ Hapli einen Schritt zurücktreten und den Fuß aus dem Tümpel ziehen. Jetzt wagten sich auch die anderen Velociraptore näher.
Veli erkannte seine Verwandten - sie waren älter und größer als er und sein Instinkt sagte ihm: bleib fern. Also duckte er sich weiterhin in die Sträucher und hinter die Steine und Pummel tat es ihm gleich.
Der erste Velociraptor hatte das Wasser erreicht und begann zu trinken. Die anderen folgten ihm, einer nach dem anderen. Das gefiel Hapli nicht mehr und er zog es vor, weiterzustapfen, wobei er immer wieder einmal stehenblieb, um eine Grasinsel abzumähen oder an einem Strauch zu reißen. So näherte er sich dem Versteck unserer beiden jungen Freunde.
Veli bewegte sich unruhig. Es war Zeit, diesen Platz zu verlassen - aber wie? Und schon hob einer der Raptore den Kopf und witterte in die Richtung ihres Verstecks. Der Riese war ihm im Weg und so senkte er den Kopf wieder ins Wasser. Aber ein zweiter war aufmerksam geworden, doch Hapli stampfte unbeirrt weiter - genau auf die zwei Versteckten zu. Jetzt wurde die Gefahr deutlich: dem Riesen war es egal, daß da zwei Kleine sich versteckten, die interessierten ihn nicht, wohl aber die Sträucher.
Jetzt hatte Veli keine Wahl mehr, sie mußten fort. Er startete und Pummel fuhr hoch und folgte eilig - aber Veli war nicht dumm. Er rannte so, daß Hapli immer zwischen ihm und seinen Artgenossen blieb. Die aber hatten unsere Zwei trotzdem bemerkt - das war leichte Beute! Und so setzen sie sich in Bewegung - sehr schnell und zielgerichtet. Hapli aber wurde aufmerksam - da kam das Ungeziefer schon wieder- und genau auf ihn zu! Jetzt wurde er böse.
Er blieb nicht an Ort und Stelle, sondern stampfte auf die Jagdgesellschaft zu - und zwar recht schnell und schon hatte er den vordersten der Raptore mit seinem Kopf in die Luft geschleudert und wandte sich dem nächsten zu. Jetzt war die Jagd vergessen, sie hatten einen riesigen Gegner und waren sich ganz und gar nicht sicher, ob sie einen Kampf gegen ihn gewinnen würden.
Veli und Pummel aber kümmerten sich weiter nicht um das Geschehen hinter ihnen. Ein Kontrollblick, wie weit die Gefahr hinter ihnen war und dann - weiter, auf der Suche nach einem geeigneten Versteck. Und schnell mußte es gefunden werden! Das Gelände kam ihnen entgegen - es waren zerklüftete Sandsteinfelsen, zwischen denen sie sich bewegten und plötzlich öffnete sich ein Spalt im Felsen. Es war keine Zeit zu prüfen, ob es dahinter frei war oder nicht - schnell hinein!
Ein bißchen Glück muß man haben - es war frei. Jedenfalls im Augenblick, und das genügte.
Inzwischen zeigte Hapli den Raptoren, daß vier Gegener nicht genug waren für einen erbosten Riesensaurier. Sein Kopf und sein langer Schwanz arbeiteten zusammen, die Raptore flogen durch die Luft und wer fiel, geriet in Gefahr, zertrampelt zu werden. Hapli war fürchterlich in seinem Zorn.
Damit hatten die vier Jäger nicht gerechnet und es blieb ihnen nichts mehr, als beschleunigt zu verschwinden. Sie rannten in verschiedene Richtungen auseinander - nichts wie weg! - und Hapli blieb zurück auf dem zerstampften und aufgewühlten Feld.
Weg waren sie. Jetzt konnte sich Hapli wieder in Ruhe seinen Sträuchern widmen und war ganz bei der Sache. Die Raptore aber hatten sich in alle Winde zerstreut und suchten eine andere, Hapli-sichere Wasserstelle.
Veli und Pummel blieben noch eine Weile in ihrem Versteck, aber dann siegten wieder Unternehmungslust und Hunger und sie kamen vorsichtig, Schritt für Schritt wieder ins Freie. Herrlich! Die Luft war rein und so trabten sie wieder los.
Von oben kam ein Schrei - aus der Luft - aber sie schauten nicht auf, denn er klang nicht wie Gefahr. Und sie hatten recht: es war nur Azdar, der kleine Flugsaurier, der die Szene beobachtet hatte und nun weiterflog.
Veli hatte einen Bau kleiner Nager gefunden und war eifrig beschäftigt, sie auszubuddeln. Pummel interessierte sich weit mehr für einige Büschel harten Grases, die ein regelrechtes Nest bildeten, beschirmt von einem dichten Dornbusch. Und darin lag, halb im heißen Sand, ein großes Ei. Pummel wich zurück, er roch die Ausdünstung eines großen Sauriers und machte sich lieber aus dem Staub, obwohl weit und breit nichts von anderen Sauriern zu sehen war. Zum Glück gab es noch mehr Gras in der Nähe, ohne Eier!, und auch Pummel konnte seinen Hunger stillen.
Die Sonne brannte heiß vom Himmel und die zwei, nunmehr gesättigten und etwas faulen Kameraden suchten sich einen Schattenplatz, um dort eine kleine Siesta zu halten.
Als die Schatten länger wurden, schlug Veli die Augen auf ... da tat sich ja etwas ein paar Meter entfernt! Lauter kleine Wuselchen rannten hin und her - tauchten auf und tauchten unter - und gelegentlich kam ein hohes Piiiieeep durch die Luft geflogen. Auch Pummel rührte sich und staunte. Hey, die waren ja niedlich! Pummel spazierte gemächlich auf einen kleinen Kerl zu, der gerade seinen Kopf aus einem Loch steckte und fand sich plötzlich Nase an Nase mit einem Kryptobaatar, während Veli lossauste und ein paar rennenden Krypties zu folgen versuchte. Pummel und Kryptie beschnupperten einander, dann tauchte das Pelztier ab und Pummel wandte sich einem Grasbüschel zu.
Veli aber lernte, daß man nicht in der Menge jagen kann. Es waren einfach zu viele dieser kleinen Wusler und sie alle tauchten ständig ab. Also versuchte Veli, einen der Baue aufzugraben ... mit mäßigem Erfolg. Denn die Krypties tauchten ständig irgendwo anders auf, als er es erwartete und immer stand so ein lästiger kleiner Kerl auf einem Minihügel und paßte auf, daß sie rechtzeitig verschwanden. Die Luft war erfüllt von Piep-Piep und Velis Magen knurrte noch immer.
Veli hatte Glück. Zwar war es kein Kryptie, der sich als Mahlzeit anbot, aber eine unversichtige kleine Echse lief ihm über den Weg und das rettete Veli vor dem Verhungern, so empfand er es jedenfalls, als er gemütlich seine Beute verschlang. Die Krypties rundum waren aber zufrieden, nur warteten sie lieber, bis sich die zwei ungebetenen Gäste endlich verkrümelten.
Inzwischen wurde es Zeit, an einen Schlafplatz zu denken. Der Himmel hatte sich überzogen und dicke Wolken kamen rasend schnell näher. Es wehte ein scharfer Wind und so suchten die zwei jungen Saurier zwischen den Sandsteinblöcken nach einem schönen tiefen Überhang, der ihnen Schutz vor Wind und Regen bieten konnte.
Nach einiger Zeit wurden sie fündig. Es war schon beinahe eine kleine Höhle - und sie war frei! Veli und Pummel schlüpften hinein und machten es sich gemütlich. Nach kurzer Zeit waren beide tief eingeschlafen, während draußen der Regen rauschte.

Rumms - tropf,tropf. Veli und Pummel schreckten hoch. Durch die Höhlendecke tropfte - nein! - rann Wasser und ihr Schlafplatz war schon total naß und ungemütlich. Und dann donnerte etwas und Sand und Steine rumpelten herunter, unsere Zwei drückten sich ängstlich ganz an die Rückwand der Höhle und vor ihnen rauschte eine neue Wand aus Sand und Steinen vermischt mit Wasser zu Boden. O Schreck! Der Hang über ihnen hatte nachgegeben und war abgerutscht - und verschloß genau den Ausgang!
Da saßen die Beiden nun, total verschreckt, und brauchten eine Weile, um sich wieder etwas zu beruhigen. Draußen tobte der Regen weiter und immer mehr Wasser drang in ihre Höhle ein. Das wurde zu unbehaglich, und so regten sie sich und untersuchten die Lage. Sie beäugten den Schlammberg vor dem Ausgang, ob vielleicht noch ein Spalt offengeblieben war ... oder ob sie dem abfließenden Wasser folgen konnten. Sie schnupperten und kratzten, aber das löste eine erneute Lawine aus.
Beide machten einen Satz rückwärts und drückten sich enger an die Rückwand. Vor ihnen war ein Stück der Decke eingebrochen und ein kleiner Wasserfall hatte sich gebildet, der den verbliebenen Platz noch verkleinerte. Verzweiflung stieg in den zwei Tieren auf. Sie preßten sich ganz fest an die Höhlenwand und drückten sich aneinander, zwei Geschöpfe in Not.
Eine von Pummels Klauen rutschte in einen Spalt der Rückwand und etwas gab nach. Sofort steckte Pummel seine Nase in den Spalt und zog sie hustend und schniefend wieder zurück. Wasser war in seine Nase eingedrungen. Veli wurde aufmerksam. Pummel begann in dem Spalt zu kratzen, immer tiefer, und Veli drängte dazu und half mit. Der Spalt erweiterte sich ein bißchen und ein Wasserrinnsal kam heraus, aber kein Schlamm. Das ermutigte unsere zwei Freunde und sie kratzten heftiger und da brachen auf einmal kleinere Stücke aus der Wand, aus dem Rinnsal wurde ein kleiner Bach und frische Luft drang in ihren Teil der Höhle ein. Jetzt waren die Beiden nicht mehr zu halten. Sie kratzten wie verrückt und hatten es schließlich geschafft: ein Stück der Wand gab nach und den Weg in eine Höhle frei. Auch in ihr kam Wasser durch die Decke, aber eher durch eine Menge Spalten und zwischen zwei Abschnitten der Höhlenwand fand sich ein breiter Spalt, durch den es in die Höhle regnete. Ein Ausgang!
Sofort liefen die zwei Eingesperrten dahin und schnupperten durch den Spalt, der kaum breiter war als Pummel. Draußen war es immer noch dunkel und es regnete, aber nicht mehr so stark wie vorher. Die Beiden zogen sich wieder in die Höhle zurück und suchten sich einen trockenen Platz, um ihren Schlaf fortzusetzen. Ihre Aufregung hatte sich gelegt und sie schiefen schnell wieder ein.
Am nächsten Morgen ging wieder eine strahlende Sonne auf. Unsere zwei Freunde steckten ihre Nasen durch den Spalt ins Freie und blinzelten. Dann zwängten sie sich durch den schmalen Ausgang und schauten sich um. Die Welt sah aus wie frisch gewaschen und sie stürmten los. Pummel schnappte sich ein Grasbüschel und Veli jagte hinter einer Eidechse her und die Welt war wieder völlig in Ordnung.

Und unsere zwei Freunde wanderten gemeinsam gemächlich aus dem Bild und entschwanden unseren Blicken.