Die Ballade vom Regenwurm

küssende regenwürmer mit kindern in einem erdtunnel

Ein Regenwurm auf dem Trockenen lag,
ein Mensch, der hatte Erbarmen.
Er warf den Wurm ins feuchte Gras,
da konnte er sich erfangen.
Der Wurm verkroch sich auch sogleich
und grub sich tief hinein
ins feuchte, weiche Erdenreich
und baute sich ein Heim.

So ging es weiter viel und oft,
im dunklen Reich der Erde.
Doch eines Tags, ganz unverhofft,
da lag an seinem Herde
ein Regenwurm, ja, eine Frau!
Das war doch eine Freude!
Die Würmchen lugten ganz genau -
ein Pärchen sind sie heute.

Bald trug ein heller, zarter Ring
die Eierchen – ein kleines Ding.
Zur rechten Zeit, als es gereift,
hat unser Wurm ihn abgestreift.
Weiter ging es, das ist klar,
wie es schon längst beschlossen war:
zwei Würmchen, noch sehr zart und weich,
entließ der Ring ins Erdenreich.

 

Sie gruben Gänge, tief und quer,
die Erde atmete nun noch mehr.
Der Garten dankt es ihnen sehr,
die Pflanzen wuchern immer mehr.
Und eines Tages, wie bestellt,
trifft man ein Würmchen, das gefällt.
Und schon fängt wieder etwas an,
wie schon vor Zeiten es begann.

Aus einem Würmchen werden zwei
und drei und fünf und zehn ...
Wie's weitergeht - ja, so es sei! -
das kann beim gärtnern man gut seh'n.
Der Gärtner buddelt Pflanzen ein,
die Vögel denken sich: "O fein!"
und weichen ihm nicht von der Seit',
denn nun ist es gleich Futterzeit!

So geht es schon von Anbeginn:
im Boden sind die Würmchen drin!