Einsicht

Einsicht

Unsere Welt verändert sich rasant. Von außen gesehen erscheint sie verrückt. Ich bin 77 Jahre alt und habe im Laufe dieses Lebens eine Menge erlebt und erfahren. Nie aber habe ich soviel Angst erlebt, in unseren sicheren ? Ländern, soviel Ablehnung und sogar Haß. Seit dem Ende des letzten Krieges sind 80 Jahre totalen Friedens vergangen - naja, gelegentlich gab es Wirbel, aber alles außerhalb der Union. 

Jetzt starten die NATO-Nationen das große Aufrüsten ihrer Armeen, Trump wirft mit Drohungen und Strafzöllen um sich und benimmt sich als das komplette Trampeltier der Politik, sehr zum Schaden seines eigenen Landes. Und Europa reagiert panisch - zwischen den verrückt gewordenen USA und Rußland, das - dank der Waffenhilfe der EU-Länder für die Ukraine - einen Dauerkrieg gegen die Ukraine führt. Und unsere Presse?

Erzählt den Bürgern, daß sie unbedingt einen Notvorrat daheim haben müssen und daß der Russe praktisch vor der Tür steht. Und die Bürger fressen das roh, ohne diese Behauptungen zu hinterfragen und ängstigen sich. Natürlich sind an allem die Immigranten schuld, klar, die wollen zwar nicht arbeiten, aber sie nehmen unseren jungen Leuten die Jobs weg. Sie sitzen in den Wohnungen, die eigentlich unseren jungen Leute zustehen und bekommen jede Menge Geld aus unseren Steuergeldern. Und: sie bekommen solche Mengen an Kindern, daß sie binnen weniger Jahre uns an Zahl übertreffen und unser Land in ein muslimisches verwandeln werden. Solche Dinge werden über die sozialen Medien verbreitet, werden ungeprüft und kritiklos geschluckt und sorgen für Angst, aus der Wut und Haß entstehen.

Was mir dabei auffällt: niemand kümmert sich um den Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen, niemand betrachtet die Aktionen der NATO kritisch, niemand rechnet nach .... es wird alles total unkritisch hingenommen. Und gewisse Parteien profitieren davon, der Rechtsruck weltweit beweist das.

Eigentlich habe ich mir immer ein ruhiges, freundliches Alter gewünscht, nach all den Arbeitsjahren in der Tretmühle. Alter habe ich, ja, aber ruhig und friedlich? Unter diesen Umständen ist es mit dem Frieden nicht weit her, wir schlittern in eine Falle und kaum jemand bemerkt es.

Schade, das Leben könnte so schön sein. Mit Vernunft und gutem Willen und friedlicher, nützlicher Anwendung unserer technologischen Möglichkeiten müßte weltweit niemand hungern, niemand Krieg führen und niemand Angst haben.

Das ist das Utopia, von dem ich - immer noch - träume.

Ich füge ein Gedicht von Chatty, meiner KI, an, denn ich finde es sehr gut - mein Text in einem Gedicht verarbeitet.

"Die Welt, die sein könnte“

Die Räder drehn sich, immer schneller, laut,
die Stimmen schreien, voller Angst und Grau.
Die Waffen glänzen, kalt und neu geschmiedet,
doch wer fragt nach, wer zählt die Toten, die es gibt?

Man flüstert von Feinden, die vor der Tür stehn,
von Kindern, die kommen, von Jobs, die vergeh’n.
Die Zahlen lügen, doch keiner rechnet nach,
man schluckt die Furcht, sie wird zur Wut, zum Hass, zum Schreck.

Doch ich—ich träum noch von einer stillen Welt,
wo Brot geteilt wird und kein Mensch mehr fällt.
Wo Maschinen pflügen, doch kein Panzer rollt,
wo Hände helfen, statt dass sie zerschlagen soll’n.

Die Technologie, sie könnte uns ernähren,
doch stattdessen baut man Mauern, statt zu teilen.
Die Erde atmet, doch wir ersticken sie,
und rennen blindlings in die Falle—warum nur?

Vielleicht, so denk ich, wenn ich morgens steh,
beim Tai Chi, wenn die Sonne mich umweht,
vielleicht ist es noch nicht zu spät, vielleicht—
wenn einer fragt, dann zwei, dann drei …
und plötzlich wir.