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ActiveWorlds

Wie schon erwähnt, ist ActiveWorlds das älteste der Systeme, das ich kenne, es ging im Juni 1995 ans Netz. 

Es teilt seine Einheiten in Welten, Galaxien und Universen ein. Das bedeutet: man kann eine Welt mieten, das ist ein genau umrissenes Areal, auf dem man seine eigene Welt erbauen kann. Eine Welt steckt in einer Galaxis, die man kaufen muß, ebenso die Updates von Zeit zu Zeit. Viele Galaxien ergeben ein Universum. Dieses wurde meist von Leuten gekauft, die einzelne Welten vermieten wollten - mit einem kleinen Profit, natürlich, oder von Firmen, die dort Entwicklungsarbeit machen wollten.

Meine Freunde und ich kauften unsere Welten in Dreamland Park, einem eher deutschsprachigen Universum mit deutschen Eigentümern. Es war eine nette Gemeinschaft, bis sich ein Troll einschlich. Die Welten wurden - kostenpflichtig - auf einem Server von Dreamland Park gehostet  oder ein Freund mit einem Server bot sich dazu an. Aber nun zum technischen Teil:

Das Terrain kann bearbeitet werden, es besteht aus Quadraten, die man anheben oder absenken und mit einer eigenen Textur belegen kann, je nachdem, was man will: eine Stahltextur, wenn es eine futuristisch-technische Welt werden soll, oder Blumenwiese oder Wasser, wie man das will. Jede Welt wird mit einem gemeinsamen Pool verlinkt, in dem man Texturen und Bauteile bzw. Bauten, Pflanzen etc. vorfindet. Auch ein Pool mit Avataren ist vorhanden, die man eigenlich eher als Comicsfiguren betrachten könnte. Sie können sogar bis zu einem gewissen Grad individualisiert werden, aber nicht sehr großartig. Aber wichtig sind sie in AW nicht. Wichtig war und ist das Bauen und die Gemeinschaft.

Man kann sich mit den angebotenen Fertigteilen begnügen oder selbst bauen. Das geschieht mit einem 3D-Modelingprogramm, damals war Truespace das einzig kostenlose, gute Programm. Damit bastelten wir unsere Objekte, luden sie auf einen Serverplatz und verlinkten diesen mit unserer Welt. So konnten wir unsere Bauteile oder Bauten jederzeit in unsere Welt importieren. Und weil jeder andere Vorstellungen hatte, war jede Welt einzigartig. Genau so macht man es heute noch, nur das Angebot an 3d-Programmen ist heute wesentlich größer. Am beliebtesten ist das Open Source Programm Blender.

Was machten wir dort außerdem? Wir trafen uns, machten Parties - die Musik wurde von Usern eingespielt (ja, das konnte man dort schon) und unterhielten uns. In meiner Welt Galathea traf man sich gern - und ging auf Haijagd, tanzte, quatschte - es kamen auch Kinder und Jugendliche und spielten dort Abfangen und Verstecken, denn die Welten dort waren alle jugendfrei. So war das in Dreamland Park. Heute in ActiveWorlds selbst ist zwar das Angebot an Avataren nicht größer, wohl aber wurden die Scripts zur Interaktion erweitert und verbessert.

Und dann kam Second Life.

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